Happy End in eigener Halle

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Gelungener Abschluss des Großkampfwochenendes für die VfL-Turnabteilung. Nach den Siegen des MTV Stuttgart in der ersten und von Eintracht Frankfurt in der zweiten Liga, haben die Kirchheimer Drittligaturnerinnen vor heimischem Publikum dank Platz drei das Ticket für das Ligafinale gelöst. Im westfälischen Hamm geht‘s für die VfL-Mädels im Dezember um den Aufstieg in Liga zwei.

Kirchheim. Dass die Deutsche Turnliga (DTL) mit ihren Wettkämpfen gerne in Kirchheim Station macht, liegt zum einen am Kirchheimer Publikum, zum andern an der Turnabteilung des VfL, die den Mammut-Wettkampf wieder bestens vorbereit und durchgeführt hat, wie DTL-Vizepräsident Jörg Rosenkranz den Verantwortlichen bestätigte. Doch was wäre ein solches Wochenende ohne erfolgreiche Kirchheimer Beteiligung? Die VfL-Mädels, nach einigen Jahren der Konsolidierung wieder im Aufwind, wollten den dritten Wettkampftag in der dritten Bundesliga nutzen, um ihre gute Form zu präsentieren.

Zudem hatte Trainerin Michaela Pohl die Devise Sicherheit vor Risiko ausgegeben, wie sich gleich am Stufenbarren zeigen sollte. So verzichteten einige VfL-Turnerinnen auf ihre riskanten Flieger, und schon hatten Lory Fröchtling, Lea Voith, Nele Bauerfeld, Dorothee Henzler und Tamea Friedl ihr bestes Barrenergebnis des Jahres eingefahren. Trotz dem ein oder anderen Absteiger am Schwebebalken zeigten Nele Bauerfeld, Joanna Preuss, Lea Voit, Lory Fröchtling und Dorothee Henzler saubere Übungen. Joanna Preuss glänzte an ihrem Paradegerät, musste aber von der Wertung her dennoch Dorothee Henzler und Nele Bauerfeld den Vortritt lassen.

K800 BuLiKirchheim L.KiedaischZum Highlight des Wettkampftages gerieten aus Kirchheimer Sicht die Bodenübungen. Lory Fröchtling machte nervenstark mit einer sehr sicheren und gekonnten Darbietung den Auftakt. Lisa Kiedaisch, nach langer Zeit zum ersten Mal wieder am Boden, turnte äußerst ausdrucksstark, Lea Voit zeigte in ihrer Übung eine Doppelschraube und Tamea Friedl einen Doppelsalto – hohe Noten waren die Folge. Zum Fernduell um die beste Bodenwertung der beiden ehemaligen deutschen Nationalturnerinnen geriet die Übung der Bodenspezialistin Dorothee Henzler, denn die ebenfalls in der dritten Liga turnende Oksana Chusovitina (TV Herkenrath) hatte 13,70 Punkte vorgelegt. Ganz erreichte die wesentlich eleganter turnende Dorothee Henzler trotz ihres hohen Doppelsaltos mit 13,35 Punkten die Marke von Chusovitina nicht – immerhin aber die zweithöchste Wertung am Boden. Dass Henzler die schönere, attraktivere Bodenübung zeigte, da war sich das Publikum einig.

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Eine Überraschung erlebte dann VfL-Trainerin Michaela Pohl am Sprung. „Alles klappte, viel besser als noch im Training“, war sie begeistert. Denn im Wettkampf zuvor hatte ihr Team noch drei Stürze produziert. Die hohen Tsukaharas von Lory Fröchtling, Nele Bauerfeld, Joanna Preuss und Lisa Kiedaisch

 waren dem Kampfgericht jeweils zwischen 12,35 und 12,70 Punkte wert, Dorothee Henzler‘s Überschlag mit gebücktem Salto gar 13,90 Punkte, was die zweithöchste Sprungwertung, wieder hinter Chusovitina, bedeutete. Die VfL-Turnerinnen lagen damit sogar auf dem zweiten Rang, wurden aber letztendlich noch vom TV Überlingen überflügelt.

Den Tagessieg sicherte sich der TV Herkenrath, vor dem TV Überlingen und dem VfL Kirchheim. In der Endabrechnung nach den drei Bundesligawettkämpfen führt der TV Überlingen und ist damit direkter Aufsteiger in die zweite Bundesliga, Herkenrath und Kirchheim haben sich für den Relegationswettkampf am 
8. Dezember im westfälischen Hamm qualifiziert.

Der amtierende Deutsche Meister MTV Stuttgart gewann am Samstagnachmittag in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte in der ersten Bundesliga den dritten Wettkampf mit 208,15 Punkten und zieht damit als Tabellenführer in das DTL-Finale am 23. November in der Karlsruher Europahalle ein. Routinier Kim Bui und Youngster Tabea Alt waren die Garanten für den Stuttgarter Erfolg. Die MTV-Mädels siegten deutlich vor der TG Mannheim (205,45 Punkte) und der TG Karlsruhe-Söllingen. Kim Bui, EM-Dritte von 2011 war mit 54,40 Punkten beste Einzelturnerin des Tages, Tabea Alt belegte in dieser Wertung mit 54 Punkten den zweiten Rang vor ihrer Chemnitzer Nationalmannschaftskollegin Sophie Scheder. „Das gibt uns Selbstvertrauen für das Finale“, war Kim Bui mit sich und ihrer Mannschaft zufrieden.

In die Relegation um den Klassenerhalt muss die TuG Leipzig und der SSV Ulm, direkter Absteiger in die zweite Liga ist der mehrfache Deutsche Meister TurnTeam Köln.

Den Wettkampf in der zweiten Bundesliga am Samstagmittag in Kirchheim dominierte die Frankfurter Eintracht (200,5 Punkte) überlegen und steigt damit in die erste Bundesliga auf. Platz zwei ging an die TSG Steglitz (Berlin, 187,95 Punkte) vor dem Heidenheimer SB. Beste Einzelturnerin in dieser Liga war die Olympiasiegerin von 2004, Anna Pavlova mit 53,40 Punkten. Das TurnTeam Schwaben steigt direkt in die dritte Liga ab, der KTV Dortmund und der TV Eppelborn können gegen den VfL und Herkenrath noch in der Relegation den Klassenerhalt sichern.

Heiko Paul/Teckbote